Wie zukünftige Führungskräfte den Wandel steuern.

Prof. Dr. Kathrin Möslein ist Vizepräsidentin Outreach an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Dozentin bei der BEA für "Innovation: Strategien & Governance". Wir sprechen mit ihr über die Bedeutung von Innovationsmanagement für die neue Generation Führungskräfte.

Hallo Prof. Dr. Möslein! Warum ist das Thema „Innovation: Strategien & Governance“ für zukünftige Führungskräfte so relevant?

Innovation betrifft letztlich alle Führungskräfte. Wer Verantwortung für Organisationen, Teams, Mitarbeitende, Kunden, Bürger oder Partner übernimmt, muss verstehen, wie Innovation entsteht und wie sich Wertschöpfung aktiv gestalten lässt.

Dabei geht es um grundlegende Fragen: Welcher Rahmen ermöglicht Innovation? Welche konkreten Handlungsoptionen habe ich als Führungskraft? Welche Maßnahmen entfalten tatsächlich Wirkung – und wann schlägt eine gut gemeinte Initiative möglicherweise ins Gegenteil um? Ebenso relevant ist die Frage, welche Governance-Modelle zu unterschiedlichen Innovationsformen passen und wie politische Rahmenbedingungen sinnvoll in die eigene Innovationsstrategie eingebunden werden können.

Eine bewusste Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen schafft einen entscheidenden Vorsprung. Sie hilft Führungskräften, typische und oft wiederkehrende Fallstricke im Innovationsgeschehen frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu vermeiden.

Was wollen Sie zukünftigen Führungskräften vermitteln?

Führungskräfte handeln grundsätzlich unter Unsicherheit. Jede Generation erlebt ihre Zeit als besonders dynamisch oder herausfordernd. Gerade darin liegt jedoch der Kern von Führung: unter Unsicherheit Orientierung zu geben, Sinn zu stiften und Perspektiven aufzuzeigen.

Wer Innovation insbesondere in Umbruchsituationen gestalten möchte, entscheidet sich bewusst für diese Verantwortung. Mir ist es daher wichtig, die unterschiedlichen Dimensionen des Gestaltungsraums für Innovation sichtbar zu machen. Die Teilnehmenden sollen erkennen, wo und wie sie tatsächlich Einfluss nehmen können – und ermutigt werden, diesen Gestaltungsspielraum aktiv zu nutzen und Innovation mitzugestalten.

Was ist in Ihren Augen die größte Herausforderung in den kommenden Jahren?

Die größte Herausforderung liegt heute und vermutlich auch künftig im eigenen Denken. Es braucht den Mut zum Handeln.

In Deutschland sind wir sehr stark darin, zu analysieren, zu erklären und nachvollziehbar zu begründen, warum etwas nicht funktionieren kann. Verantwortungsvolle Führung bedeutet jedoch, über diese Analyse hinauszugehen: gangbare Lösungen zu entdecken, Möglichkeiten zu entwickeln und Veränderung aktiv zu gestalten.

Innovation entsteht letztlich dort, wo Menschen bereit sind, ins Handeln zu kommen.

Vielen Dank für das Gespräch!
Weiterführende Links:

-      Prof. Dr. Kathrin M. Möslein

© FAU/Giulia Iannicelli

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.