"Die Zukunft der KI hängt davon ab, die Lücke zwischen Mensch und Maschine zu schließen."
Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.
In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.
Wir freuen uns, dieses Mal mit Prof. Dr. Yuki Asano zu sprechen. Er war im 16. BEA-Jahrgang und ist heute Professor für Fundamental AI an der Technischen Universität Nürnberg. Er erzählt in unserem Gespräch, was ihn an Künstlicher Intelligenz am meisten fasziniert.
Hallo Yuki. Du bist Professor für Fundamental AI an der Technischen Universität Nürnberg, der "KI-Universität". Womit beschäftigst Du dich und was fasziniert dich an diesem Forschungsbereich?
Unser Forschungsfokus liegt auf Self-supervised Learning und Multimodalen Foundation Models. Drei Punkte: die Leute, das Tempo und der Impact. Ich arbeite mit offenen, kreativen und spannenden Menschen an Projekten, die nicht nur einen potentiell großen gesellschaftlichen Impact haben, sondern auch zu unserem grundlegenden Verständnis von Informationsverarbeitung/Intelligenz beitragen. Als Leiter des Fundamental AI (FunAI) Labs habe ich die Möglichkeit, mit Top-Forschern anderer Universitäten und Unternehmen zusammenzuarbeiten, und dabei gleichzeitig zukünftige Wissenschaftler/Innen auszubilden. Diese Kombination aus Freiheit, Impact und Spaß ist für mich das Beste.
Rund um Künstliche Intelligenz werden oft Horrorszenarien für die Zukunft gesponnen, auf der anderen Seite stehen hoffnungsvolle Ausblicke für diese Technologie. Du bist Experte in diesem Bereich; Was möchtest Du, dass jede/r über Künstliche Intelligenz weiß?
Jeder sollte wissen, dass alle KI-Modelle fundamental durch ihre Trainingsdaten definiert und limitiert sind. Modelle, die Bilder gut beschreiben oder eloquente Texte schreiben können, haben zuvor ähnliche Datenformate in ihrem Training gesehen. Sobald diese Modelle jedoch in einer Domäne eingesetzt werden, die von den Trainingsdaten abweicht, stoßen sie oft an ihre Grenzen. Im Gegensatz dazu können Menschen – besonders im visuellen Bereich – mit nur sehr wenig Daten lernen und gut generalisieren. Diese Lücke zu schließen ist entscheidend, um wirklich robuste und vertrauenswürdige Modelle zu entwickeln.
Und was beschäftigt Dich gerade am meisten in diesem Gebiet?
Unsere Forschungsgruppe, das "Fundamental AI Lab", arbeitet daher an Multimodalen Sprachmodellen und an Methoden, um besser aus Videodaten zu lernen. Die Kombination unterschiedlicher Datenformate wie Text, Bild und Ton sowie die höhere Informationsdichte von Videos kann zukünftigen Foundation Models ein besseres räumliches Verständnis ermöglichen und neue Anwendungen in Robotik und Assistenztechnologien hervorbringen.
2014 hast Du die Münchner Ortsgruppe der Initiative „180 Degrees Consulting“ gegründet und geleitet. Was genau macht ihr und was hat dich da motiviert?
180DC Munich bringt Studierende mit NGOs zusammen: Durch Workshops und Mentoring werden die Studierenden weitergebildet und auf Projekte mit unseren Partnern besetzt. Die Organisation gibt's nun seit 10 Jahren, und es wurden über 100 Projekte mit NGOs und non-profits durchgeführt und unsere Alumni sind Gründer, Führungskräfte und verantwortungsvolle Menschen. Vor der Gründung fehlte in München eine Möglichkeit "Ehrenamt" (etwas Sinnvolles neben dem Studium) mit einer "steilen Lernkurve" (wie es sie zum Beispiel bei CDTM/AC etc. gibt) zu kombinieren: Es war entweder (mal übertrieben): Kuchen für Amnesty international verkaufen, oder den Bayerischen Rundfunk bei der Prozessoptimierung zu beraten. Jetzt können Studierende das kombinieren und wohltätige Organisationen bei der Planung einer Strategie oder der Messung des Impacts beraten. Einige des 180DC Munich Gründungsteams waren übrigens auch von der BEA.
Was hast du aus deiner BEA Zeit mitgenommen, was dich heute noch begleitet?
Freunde und eine Einstellung der Offenheit für Neues.
Ein Wort oder ein kurzer Satz, das/der die BEA für Dich am besten beschreibt?
Open Minds. Honest Words.
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