„Es ist in Ordnung, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und für die eigene mentale Gesundheit einzustehen.“

Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.

In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.

Wir freuen uns, dieses Mal mit Dr. Manuela Loeblein zu sprechen. Sie war im 14. BEA-Jahrgang und ist heute als Managerin in der Unternehmensberatung tätig. Außerdem ist sie derzeit Teilnehmerin des Wettbewerbs Miss Germany. Welche Stereotypen sie dort aufbrechen möchte und wie sie auf ihre mentale Gesundheit achtet, erzählt sie in unserem Gespräch.

Hallo Manuela! Stellst Du Dich uns kurz vor?

Gerne. Ich bin promovierte Elektrotechnikerin und aktuell Managerin in der Unternehmensberatung. Ich berate internationale Kunden, insbesondere in der Automobilindustrie, Elektronik und industriellen Fertigung, und arbeite vor allem in der Region Asien. Meine Projekte reichen von der Entwicklung von Wachstumsstrategien über Marktexpansionen bis hin zur Optimierung von Fertigungsprozessen. Dabei beantworte ich komplexe Fragen für Branchen, die im Wandel stehen, wie etwa Elektrofahrzeuge oder Präzisionsmaschinenbau.

Studiert habe ich an der Technischen Universität München und meine Promotion in Nanoelektronik an der Nanyang Technological University in Singapur abgeschlossen.

Neben meinem Beruf engagiere ich mich stark für die Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Berufen und für das Thema mentale Gesundheit. Persönlich bin ich begeisterte Pole-Dancerin und nutze diese Leidenschaft als Ausdruck von Stärke und Feminität.

Würdest Du sagen, die BEA hat deine berufliche Laufbahn beeinflusst?

Ja, definitiv! Insbesondere durch die praktischen Kompetenzen, die ich mir während der Weiterbildung aneignen konnte: Die Schulungen in Führungskompetenzen und das Medientraining haben mich nachhaltig geprägt. Sie haben mir das notwendige Handwerkszeug an die Hand gegeben, um in schwierigen beruflichen Situationen selbstbewusst aufzutreten und effektiv zu kommunizieren.

Eine der größten Entdeckungen für mich während der BEA war das Beratungswesen. Vor der Bayerischen EliteAkademie hatte ich kaum Berührungspunkte mit der Beratungsbranche und ehrlich gesagt auch wenig Vorstellung davon, was ein/e Berater/-in eigentlich macht. Durch die verschiedenen Einblicke und den Austausch mit Fachleuten habe ich zum ersten Mal ernsthaft über eine Karriere in der Unternehmensberatung nachgedacht, was mich schließlich zu meiner heutigen Position geführt hat.

Was war bisher die größte Herausforderung in deinem Beruf und wie bist du damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war für mich, mich in einer stark männlich dominierten Technikbranche zu behaupten. Oft wurde ich als Frau unterschätzt oder mit Vorurteilen konfrontiert. Es ging nicht nur darum, mich durchzusetzen, sondern auch darum, meine Expertise immer wieder beweisen zu müssen. Diese Situation hat mich sowohl beruflich als auch persönlich stark geprägt.

Um damit umzugehen, habe ich mich darauf konzentriert, meine Stärken gezielt einzusetzen und kontinuierlich an meiner Resilienz zu arbeiten. Ich habe gelernt, in solchen Situationen ruhig und fokussiert zu bleiben und mich auf meine Arbeitsergebnisse zu verlassen, um meine Kompetenz unter Beweis zu stellen.

Zusätzlich war es wichtig, klare Grenzen zu setzen – sowohl beruflich als auch privat – um mein Wohlbefinden zu schützen und den Weg aus dem Burnout zu finden. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, wie bedeutend es ist, sich selbst treu zu bleiben und auf lange Sicht einen gesunden Ausgleich zu schaffen.

Du bist nicht nur Beraterin in der Technikbranche, sondern auch Teilnehmerin des Wettbewerbs Miss Germany. Was möchtest Du mit Deiner Teilnahme erreichen?

Mit meiner Teilnahme bei Miss Germany verfolge ich das Ziel, Frauen in MINT-Berufen sichtbarer zu machen und gleichzeitig wichtige Themen wie mentale Gesundheit in den Vordergrund zu rücken. Ich möchte zeigen, dass Frauen ihre Weiblichkeit und ihre beruflichen Ziele in vermeintlich männlich dominierten Branchen vereinen können, ohne sich an stereotype Erwartungen anpassen zu müssen.

Als Frau in der Technikbranche habe ich immer wieder erlebt, wie Frauen mit Vorurteilen und Hindernissen konfrontiert werden. Miss Germany bietet mir die Plattform, diese Stereotypen zu brechen und junge Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, unabhängig von gesellschaftlichen Normen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, offen über das Thema Burnout zu sprechen und zu zeigen, dass es in Ordnung ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und für die eigene mentale Gesundheit einzustehen.

Ein Wort oder ein kurzer Satz, das/der die BEA für Dich am besten beschreibt?

Empowerment – Die BEA hat mir das Werkzeug an die Hand gegeben, selbstbewusst meinen eigenen Weg zu gestalten.

 

Danke für das Gespräch!

Weiterführende Links:

- Miss Germany

© Manuela Loeblein

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.