„Wir müssen aufhören, darauf zu warten, dass „die anderen“ sich schon kümmern werden!“

Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.

In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.

Wir freuen uns, Magdalena Daxenberger vorzustellen. Sie ist Absolventin des 20. BEA-Jahrgangs, Nachfolgerin im Familienunternehmen DH electronics sowie Gründerin von InnovateTheAlps by Alpioneers und inzwischen auch Dozentin bei uns.

Liebe Magdalena, du bist inzwischen auch als Dozentin bei der BEA tätig. Auch bist du in deinem Familienunternehmen tätig und bist Gründerin von InnovateTheAlps. Erzählst Du uns ein bisschen darüber?

Gerne. Nach meinem Studium (Elektotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen) bin ich als Marketing & Innovation Managerin in unser Familienunternehmen DH electronics eingestiegen, um es langfristig weiterzuführen. Ein 40-köpfiges Team entwickelt dort Hardware und Software für Embedded Systeme. Unsere Systeme on Modules, Human Machine Interfaces und IoT Gateways sind das Herzstück zahlreicher IoT-Anwendungen wie beispielsweise Smart Building oder Predicitive Maintenance. Zusammen mit meinem Vater gestalte ich die strategische Ausrichtung des Unternehmens und leite den Bereich Marketing und Vertrieb. Als Fachbeirätin der Embedded World Exhibition and Conference vertrete ich die Perspektive der Aussteller und konnte mit #women4ew und Expert Panels zur Rolle von Diversität im Innovationsprozess neue Formate ins Leben rufen.

Parallel zu meinem Hauptberuf verfolge ich als Gründerin von InnovateTheAlps by Alpioneers mit meinem Start-Up ein Herzensprojekt. Im Rahmen von Hackathons und einer digitalen Interviewreihe vernetze ich Unternehmen aus ländlichen Regionen mit Nachwuchstalenten, die sich gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit einsetzen wollen.

Du sprichst Nachhaltigkeit an – Ist das ein Thema, das deiner Meinung nach zu wenig in der Gesellschaft angegangen wird?

Für mich steht außer Frage, dass wir uns alle gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit einsetzen müssen. Neben dem, was wir als Privatpersonen tun können, sehe ich einen großen Hebel bei den Unternehmen. Hier setzt auch InnovateTheAlps an: Im Rahmen der Hackathons erarbeiten Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen Lösungsvorschläge für die Nachhaltigkeits-Challenges von Unternehmen aus dem Alpenraum und präsentieren innovative Lösungen für mehr soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Zuletzt wurden u. a. Konzepte erarbeitet, um den Verpackungsmüll in der Käseproduktion signifikant zu reduzieren oder um ausländisch rekrutierte Pflegekräfte langfristig im ländlichen Raum zu integrieren.

Beim Hackathon geht es also darum, Lösungen für konkrete Alltagsprobleme der Unternehmen zu finden und zeitnah umzusetzen. Zugleich lernen Studierende Firmen als potentielle Arbeitgeber kennen, die sich wirklich für mehr Nachhaltigkeit engagieren – eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen und Unternehmen trauen, Veränderungen in ihrem direkten Umfeld anzustoßen und nicht darauf zu warten, dass „die anderen“ sich schon kümmern werden.

Was war bisher die größte Herausforderung in Deinem Beruf und wie bist Du damit umgegangen?

Zu Beginn der BEA-Zeit dachte ich noch, dass man nur in sehr großen Unternehmen Karriere machen könnte und damit den Lebensmittelpunkt auch in einer Stadt haben sollte. Gleichzeitig wusste ich schon sehr früh, dass ich selbst unternehmerisch tätig sein und das Familienunternehmen weiterführen will. Außerdem bin ich leidenschaftlich gerne in den Bergen unterwegs und fühle mich auf dem Land wohl. Aus diesem eigenen inneren Zwiespalt entstand die Idee für InnovateTheAlps by Alpioneers. Ich wollte damit zeigen, dass es auch und gerade im Alpenraum innovative Unternehmen gibt, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen und tolle Karrierechancen bieten. Heute weiß ich, dass ich für mich den richtigen Weg eingeschlagen habe und nur das zählt.

Eine weitere Herausforderung war zu Beginn auch die Tatsache, oft die einzige Frau im Raum zu sein. Als Elektrotechnikstudentin, Gründerin oder Nachfolgerin – mir fehlte es oft an weiblichen Vorbildern. Innerhalb der BEA und auch bei NextGen4Bavaria habe ich Role Models und Unterstützer/-innen gefunden und Selbstvertrauen aufgebaut. Heute engagiere ich mich als Initiatorin von #women4ew und als Speakerin u. a. für BayFiD für mehr Sichtbarkeit von Frauen in technischen Berufen und Führungspositionen.      

 

Gibt es etwas, was Du noch unbedingt erreichen möchtest?

Beruflich möchte ich mich in den kommenden Jahren als Führungspersönlichkeit weiterentwickeln, nach und nach noch mehr Verantwortung im Familienunternehmen übernehmen und DH electronics im Team erfolgreich in die Zukunft führen.

Mit InnovateTheAlps möchte ich mich weiterhin für mehr Nachhaltigkeit in bayerischen Unternehmen einsetzen und deren Sichtbarkeit bei Nachwuchstalenten stärken.

Ebenso will ich mich weiterhin für mein Herzensthema Gleichberechtigung engagieren.

Persönlich wünsche ich mir gesund zu bleiben und noch viele schöne Erlebnisse in den Bergen sammeln zu können. 

 

Ein Wort oder ein kurzer Satz, das/der die BEA für Dich am besten beschreibt?

Die Zeit bei der BEA hat mich persönlich wie beruflich geprägt. Ich bin dankbar für das starke Netzwerk mit all den inspirierenden Menschen, die ich dort kennenlernen durfte und würde mich immer wieder bewerben. 

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weiterführende Links:

DH electronics

InnovateTheAlps by Alpioneers

© Magdalena Daxenberger

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.