„Ich setze mich ein für eine enkeltaugliche Zukunft.“

Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.

In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.

Wir freuen uns, dieses Mal mit Julius Neumann zu sprechen. Er war im 23. BEA-Jahrgang und ist heute als Klima-Moderator tätig. Außerdem engagiert er sich politisch und kandidiert 2024 als Stadtrat in Halle für die SPD. Er erzählt in unserem Gespräch über seine Vision einer „enkeltauglichen“ Zukunft und seine Motivation.

Hallo Julius! Um über deine Tätigkeit als Klima-Moderator und dein politisches Engagement zu sprechen, muss man zunächst die eine Sache kennen, die beides miteinander vereint: Deine Vision. Erzählst Du uns davon?

Klar! Ich habe einen Traum: Von einer gesunden, grünen, enkeltauglichen Zukunft. Also von einer Zukunft, in der wir auch in 50 Jahren im Sommer mit Freund/-innen im Park sitzen und picknicken können. Der Park ist mit Bäumen und Blumen begrünt, Insekten fliegen herum, unsere Freunde sind gesund und die Lebensmittel für das Picknick stammen von blühenden Feldern.

Um diesen Traum leben zu können, ist es essentiell, jetzt über diese Zukunft zu sprechen. Vor allem ist es wichtig, wie wir darüber sprechen. Deshalb habe ich mich als Klima-Moderator und Wirtschaftsingenieur selbstständig gemacht. Ich verknüpfe sowohl auf Veranstaltungen als auch auf Instagram und TikTok unser „Heute“ mit einem schöneren „Morgen“.

Was genau meinst Du mit „wie wir über unsere Zukunft sprechen“?

Die Erderwärmung ist bereits die größte soziale Krise und wir müssen jetzt handeln! Das müssen wir ganzheitlich angehen, damit wir künftig unsere Lebensmittel weiter bezahlen können und Menschen den Sommer ohne Hitzekollaps gut überstehen. Hier sind wir alle in Job und Alltag gefordert.

Oft wissen wir eigentlich genau, was zu tun ist – zum Beispiel weniger CO2 ausstoßen – und setzen es doch nicht um. Um wirklich etwas zu verändern, ist unsere Kommunikation entscheidend. Was tun wir wie als Nächstes? Ich träume beispielsweise von Städten, die menschenzentrierter und sozialer aussehen. Mit mehr Bäumen, Platz zum Draußen sitzen, einem Bach durch die Fußgängerzone. Diese bildhafte Kommunikation möchte ich als Moderator und Fragesteller voranbringen und Menschen dabei unterstützen, sie auch in ihren Alltag zu übersetzen. Quasi eine Brücke zwischen dem Status Quo und dem Ziel bauen.

Du kandidierst außerdem als Stadtrat in Halle für die SPD. Woher kommt deine Begeisterung für Politik?

Ich habe schon lang überlegt, politisch aktiv zu werden. Die Moderation und die Auseinandersetzung mit Politiker/-innen haben mir neue Einblicke in die Politik ermöglicht. Letzten Sommer konnte ich dann die Füße nicht mehr stillhalten. Ich möchte selbst aktiv politisch zu einer enkeltauglichen Zukunft Deutschland und insbesondere in Halle beitragen. Hier gibt es viel Potenzial, etwas zu bewegen und daran möchte ich mitwirken.

Was war bisher die größte berufliche Herausforderung und wie bist du damit umgegangen?

Mit nur zwei Wochen Vorlauf den Bundeskanzler interviewen! Letztes Jahr habe ich kurzfristig erfahren, dass ich auf den JugendPolitikTagen moderieren darf. Und dort ging es unter anderen mit Olaf Scholz und Lisa Paus um eine enkeltaugliche Zukunft. Diese zwei Wochen waren Stress und Spaß pur.

Mein Umgang mit solchen Situationen ist meist „schwammartig“: Ich sauge in kurzer Zeit so viel Wissen und Erfahrung wie nur möglich von anderen auf. In diesem Fall habe ich mich mit erfahrenen Moderator/-innen ausgetauscht, wie ich eine solche Moderation am besten angehe. Das sind die Momente, in denen ich für das Potenzial von LinkedIn und die Unterstützung der Community dort besonders dankbar bin.

 

Würdest Du sagen, die BEA hat deine berufliche Laufbahn beeinflusst?

Definitiv! Ohne meine Mentorin und die vielen gründungsmutigen Menschen der BEA hätte ich den eher spontanen Schritt in die Selbstständigkeit vermutlich erst in einigen Jahren gewagt – oder gar nicht. Das gleiche gilt für die Politik. Unser gegenseitiges Ermutigen, einfach zu machen, ist eine der wertvollsten Erfahrungen der BEA für mich. Von den dort entstandenen Freundschaften ganz zu schweigen.

Ein kurzer Satz, der die BEA für Dich am besten beschreibt?

Menschen voll guter Ideen, Visionen und Mut.

 

 

Danke für das Gespräch!

Weiterführende Links:

-        Julius Neumann als Klimamoderator

-        Ausschnitte aus Julius Moderation mit Olaf Scholz während der JugendPolitikTage

-        Julius Instagram

-        Julius TikTok

© Julius Neumann

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.