„Vertraut auf Euer eigenes Denken und Können unabhängig vom Zeitgeist!”

Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.

In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.

Wir freuen uns, Dr. Ingo Schmidt vorzustellen. Er ist Absolvent des 1. Jahrgangs und beim deutsch-niederländischen Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT als Direktor für die Bereiche Finanzen und Regulierung verantwortlich.

Lieber Ingo, Du warst Teil des ersten BEA Jahrgangs und bist uns seitdem nicht nur als Alumnus, sondern auch als Juror, Mentor und Kuratoriumsmitglied verbunden. Wenn Du Dich nicht für die BEA einsetzt, bist Du beim deutsch-niederländischen Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT als Direktor für die Bereiche Finanzen und Regulierung verantwortlich. Im Rückblick: Hat die BEA Deine berufliche Laufbahn beeinflusst?

 

Verantwortungsvolle Führung, wie sie die BEA vermittelt, hat mich mein gesamtes Berufsleben sehr geprägt. Zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bayreuth, später in verschiedenen Unternehmen des E.ON-Konzerns. Seit 2012 bin ich als Führungskraft bei TenneT tätig und konnte in dieser Zeit das gesellschaftlich hochrelevante Thema der Energiewende und damit zusammenhängende enorme Wachstum des Unternehmens mitgestalten. Dabei ging es neben fachlichen Themen immer auch um wertegeleitete persönliche Entscheidungen.

Was TenneT als Unternehmen besonders auszeichnet, ist unter anderem das Zusammenarbeiten zahlreicher verschiedener Fachdisziplinen. Auch hier kommt mir die Ausbildung der BEA heute noch zugute.

 

Was war bisher die größte Herausforderung in Deinem Beruf und wie bist Du damit umgegangen?

 

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei einem früheren Tochterunternehmen im E.ON-Konzern, das an einen externen Investor verkauft werden sollte, übernahm ich eine Doppelrolle – als Leiter Vendor Due Diligence zusätzlich zum Unternehmenscontrolling. Das war eine weitreichende Verantwortung und herausfordernde Doppelbelastung bei gleichzeitig intensiver Reisetätigkeit. Dank eines sehr wertschätzenden Mentors aus dem Vorstand und des großen Vertrauens in meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das mir auch gespiegelt wurde, konnte ich diese Herausforderung erfolgreich meistern und habe dabei sehr viel gelernt!

 

Auch in dieser Zeit habe ich den Kontakt zur BEA aufrechterhalten und mich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen ausgetauscht. Letztlich sind es solch wertschätzende persönliche Beziehungen, die mich immer wieder inspiriert haben, mein eigenes Führungsverhalten zu reflektieren und über mich hinauszuwachsen.

 

In herausfordernden Zeiten ist außerdem ein privater Ausgleich besonders wichtig: Ich bin leidenschaftlicher Bergwanderer und genieße gerne auch mal ein gutes Essen in angenehmer Atmosphäre oder ein schönes Konzert gemeinsam mit meiner Frau und mit Freunden.

 

Was zeichnet in Deinen Augen eine verantwortungsvolle Führungspersönlichkeit aus?

 

Es ist erfolgsentscheidend, sich selbst anspruchsvolle Ziele zu setzen und die eigene Mission auch in turbulenten Zeiten nicht aus den Augen zu verlieren. Eine klare Haltung, die Orientierung für sich und andere schafft, ist mir dabei besonders wichtig. Daneben ist das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von herausragender Bedeutung, um einen von Respekt und Wertschätzung geprägten Umgang miteinander zu etablieren. Nach meiner Überzeugung schafft man so Begeisterungsfähigkeit und Motivation im Team und fördert zugleich Engagement und Kreativität!

 

Welche Tipps würdest Du unseren derzeitigen BEA Stipendiat/-innen in Bezug auf Führung weitergeben?

 

Vertraut auf Euer eigenes Denken und Können unabhängig vom Zeitgeist! Auch Fehler können jeder oder jedem einmal passieren. Umso wichtiger ist es, daraus zu lernen, das eigene Verhalten zu überprüfen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

 

Legt Euer Augenmerk außerdem auf Innovation und bleibt neugierig! Ich lerne immer wieder neue Dinge, das ist nie vorbei und macht das (Berufs-)Leben vielfältig.

 

Ein Wort oder ein kurzer Satz, das/der die BEA für Dich am besten beschreibt?

 

Ein Netzwerk von spannenden und ambitionierten Persönlichkeiten, die die Zukunft der Wirtschaft und Gesellschaft in Bayern und weit darüber hinaus gestalten (werden!).

Vielen Dank für das Gespräch!

Weiterführende Links:

TenneT

© Ingo Schmidt

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.