"Mir liegt es am Herzen, Deutschland innovativer zu gestalten."
Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.
In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.
Wir freuen uns, dieses Mal mit Prof. Dr. Carolin Bock zu sprechen. Sie war im 6. Jahrgang der BEA und ist heute Professorin für Entrepreneurship an der Technischen Universität Darmstadt. Sie spricht über „Erfolgsrezepte“ für erfolgreiche Gründungen und über aktuelle Entwicklungen im Entrepreneurial Finance Bereich.
Hallo Carolin! Du bist Professorin für Entrepreneurship an der Technischen Universität Darmstadt. Was macht dieses Thema zu Deinem Herzensthema, und was ist Dir bei der Einbindung in den universitären Kontext besonders wichtig?
Entrepreneurship begeistert mich, weil es mich täglich mit neuen Entwicklungen konfrontiert – besonders an einer Technischen Universität. Es erfüllt mich, Menschen mit innovativen Ideen auf ihrem Weg zur Unternehmensgründung zu begleiten. Dabei liegt mir besonders am Herzen, Studierende zu befähigen, Deutschland durch Innovation voranzubringen – unabhängig von ihrer Fachrichtung. Und auch nicht unbedingt nur Gründerinnen oder Gründer. Vielmehr möchte ich meine Studierenden ermutigen, unternehmerisch zu denken und als „Entrepreneurial Manager“ zu agieren – egal, ob in Start-ups, etablierten Unternehmen oder anderen Organisationen. Auch in der Forschung bietet der Bereich Entrepreneurship, insbesondere mein Schwerpunkt Entrepreneurial Finance, vielfältige Ansatzpunkte zu erforschen, wie wir mehr Gründungsideen erfolgreich realisieren können.
Welche Trends im Bereich Entrepreneurial Finance beobachtest du gerade mit besonderem Interesse? Und wo siehst du die größten Chancen für Gründerinnen und Gründer in den nächsten Jahren?
Im Bereich Entrepreneurial Finance erforschen wir derzeit, wie die Gründerszene diverser und insbesondere weiblicher werden kann. In der Start-Up Szene gibt es bislang noch wenige Investorinnen. Laut KfW liegt der Anteil von Frauen auf Entscheidungsebene im Venture-Capital-Bereich bei lediglich 7 %. Eine spannende Frage ist daher, ob ein höherer Anteil an Investorinnen dazu beitragen könnte, dass mehr weibliche Gründerteams Kapital erhalten.
Ein besonders großes Potenzial für Gründerinnen und Gründer sehe ich im Bereich Künstliche Intelligenz (AI). In den kommenden Jahren werden wir hier sicherlich tiefgreifende Umbrüche in zahlreichen Branchen erleben.
Viele BEA-Studierende träumen von einer eigenen Gründung. Welchen Ratschlag würdest Du ihnen mitgeben? Gibt es ein „Erfolgsrezept“?
Meiner Erfahrung nach ist ein Schlüssel zum Erfolg Leidenschaft – also für das eigene Vorhaben zu brennen. Besonders in technologiebasierten Gründungen sehe ich zudem, wie wichtig es ist, frühzeitig mit potenziellen Kundinnen und Kunden ins Gespräch zu kommen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Gerade in den Ingenieur- und Naturwissenschaften wird das oft unterschätzt. Doch das Prinzip „Fail fast – learn fast“ entscheidet häufig über den Markterfolg.
Außerdem ist Transparenz im Team unerlässlich. Teammitglieder sollten offen über ihre individuellen beruflichen und privaten Ziele sprechen. So lassen sich realistische Erwartungen setzen und die gemeinsame Arbeit lässt sich langfristig erfolgreich gestalten.
Wenn du auf deine BEA Zeit zurückschaust: Was prägt dich heute noch?
Einer der damaligen Akademischen Leiter der BEA, Professor Franz Durst, hat uns den Gründungsgedanken auf beeindruckende Weise nähergebracht – er hat ihn uns regelrecht ins Herz gepflanzt. Während meiner aktiven BEA-Zeit habe ich das gar nicht so bewusst wahrgenommen und zunächst im Bereich Steuerlehre promoviert.
Mit etwas Abstand erkenne ich jedoch, wie stark mich diese Impulse geprägt haben. Meine Faszination für Innovationen und Gründungen hat dort ihren Ursprung. Heute könnte ich mir keine erfüllendere Tätigkeit vorstellen, als Studierende auf ihrem Weg zu begleiten.
Ein Wort oder ein kurzer Satz, das/der die BEA für Dich am besten beschreibt?
Professor Dieter Frey, unser zweiter damaliger Akademischer Leiter, hat mich mit seinem Verständnis von ethikorientierter und verantwortungsvoller Führung nachhaltig geprägt. Seine „vier Fs“ ;-) begleiten mich bis heute: Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung, Vertrauen.
Vielen Dank für das Gespräch!
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