“Es ist wertvoll, sich eine innere Unabhängigkeit zu bewahren.”

Unsere Alumnae und Alumni sind nach ihrer Zeit bei der BEA erfolgreich in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur tätig und profitieren auch noch nach ihrer Weiterbildung von der interdisziplinären Gemeinschaft aus aktiven und ehemaligen Studierenden der BEA.

In der Interviewreihe #nachgefragt stellen wir unsere Alumnae und Alumni vor und erfahren, wohin ihr Weg sie nach der BEA geführt hat und wie sie sich an ihre Zeit bei uns erinnern.

Wir freuen uns, in unserem zweiten Portrait Dr. Alexander Susanek vorzustellen. Er ist Absolvent des 3. BEA-Jahrgangs und Bereichsleiter der gesamten Motoren und elektrischen Antriebsmaschinen von BMW.

Hallo Alexander. Du bist seit November 2022 Bereichsleiter der gesamten Motoren und elektrischen Antriebsmaschinen von BMW. Herzlichen Glückwünsch! Wie war dein Werdegang?

Ich habe Maschinenbau studiert und anschließend ein Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur an der TU München absolviert. Parallel dazu war ich Stipendiat im 3. Jahrgang der BEA. Danach habe ich am Lehrstuhl von Prof. Küpper promoviert, lange bevor er die akademische Leitung der BEA übernommen hat. Mein Berufseinstieg erfolgte dann bei MAN Truck & Bus. Dort hatte ich verschiedene Fach- und Führungsaufgaben inne und leitete vor meinem Wechsel zu BMW das Montagewerk für schwere LKW in der Nähe von Krakau in Polen. Seit 2014 arbeite ich bei BMW und verantworte heute die weltweite Antriebsproduktion. Das umfasst alle Verbrennungs- und Elektromotoren sowie zukünftig auch die Brennstoffzelle – ein Unternehmensbereich, der gerade wie kaum ein anderer für den Wandel der Mobilität steht.

Hat die BEA Deine berufliche Laufbahn beeinflusst?

Mit Sicherheit! Während der Ausbildung bei der BEA habe ich viele Aspekte der Führung bereits in sehr jungen Jahren kennengelernt und mein Verständnis dafür geschärft. In meinen ersten Führungsaufgaben habe ich gleich darauf aufbauen können und sicherlich viele Dinge automatisch gemacht, die andere vielleicht erst mit der Erfahrung lernen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, sind zwei Punkte für mich besonders wertvoll gewesen: Die Erkenntnis, dass man auf seine eigenen Fähigkeiten vertrauen soll und sich immer eine gewisse „innere Unabhängigkeit“ bewahren sollte. Und zweitens: Die Fähigkeit zur Reflexion – für sich selbst und gemeinsam mit dem Team, für das man verantwortlich ist.

Was war bisher die größte Herausforderung in Deinem Beruf und wie bist Du damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war sicherlich der Wechsel von MAN zu BMW: Dadurch wurde ich auf einmal von einem geschätzten und etablierten Werkleiter bei MAN zu einem Nobody bei BMW. Ich habe wieder bei Null angefangen und musste mir neben der fachlichen Einarbeitung auch schnell ein persönliches Netzwerk aufbauen. Und neben den offiziellen Prozessen und Abläufen gibt es auch jede Menge ungeschriebene Gesetze, die man in einem Unternehmen, das man kennt, gar nicht mehr wahrnimmt. Aber ich bin bei BMW gut aufgenommen worden und habe von den Kollegen viel Unterstützung erfahren. In der Rückschau kann ich sagen, dass ich durch den Unternehmenswechsel viel gelernt habe und mich persönlich weiterentwickeln konnte.

Wie schaffst Du es, auch heute noch mit anderen aus dem BEA Netzwerk in Kontakt zu bleiben?

Das BEA-Netzwerk schätze ich außerordentlich, weil es immer wieder spannende Kontakte und Begegnungen ermöglicht. Ganz besonders gefällt mir, dass dabei ein Austausch über die Jahrgänge hinweg möglich ist und ich immer wieder neue Perspektiven kennenlerne. Seit einigen Jahren bin ich Mitglied im Alumni-Vorstand und habe bis letztes Jahr den jährlichen Alumni-Summit mitorganisiert. Der Summit ist immer eine tolle Gelegenheit, BEA-Bekannte wiederzusehen und neue Alumni kennenzulernen. Darüber hinaus bin ich heute als Vorsitzender des Kuratoriums der BEA tätig und setze mich für die erfolgreiche Weiterentwicklung ein. Es war übrigens Prof. Küpper, der den Stein für mein Engagement ins Rollen gebracht hat, als er uns bei einem gemeinsamen Abendessen mit mehreren Alumni unsere Verantwortung für die Zukunft der BEA klargemacht hat.

Ein Wort oder ein kurzer Satz, das bzw. der die BEA für Dich in Zukunft beschreiben sollte?

Das BEA Mission-Statement bringt den Anspruch der BEA auf den Punkt: Wir fördern verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten mit klarer Haltung, die unsere Zukunft mitgestalten wollen und damit ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Ich bin mir sehr sicher, dass wir mit dem Ausbildungsprogramm der BEA gut unterwegs sind, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weiterführende Links:

BMW

© Alexander Susanek

Exzellenz.Verantwortung.Wirkung.