IsraelAkademie 2023
Wir möchten unsere diesjährige IsraelAkademie des 24. Jahrgangs Revue passieren lassen und einige Highlights hervorheben. Ende August reisten unsere Studierenden gemeinsam mit den Stiftungsvorständen Herrn Dr. Thomas Wellenhofer und Herrn Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher sowie mit unserem Referenten des Stiftungsvorstands, Alexander Rößner, durch Israel und waren beeindruckt von der Historie, der Kultur und dem innovativen Geist des Landes.
Besuche von Unternehmen, Startups, Museen, Gedenkstätten und Universitäten prägten die Reise und führten zu einem unvergesslichen Erlebnis. So auch die informative und eindrückliche Führung durch die Internationale Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. „Wir erhielten eine intensive Führung, die sich mit dem Antisemitismus der nationalsozialisitischen Schreckensherrschaft und deren Auswirkungen bis heute beschäftigte. Es war ein sehr bewegender Besuch“, erzählt Juliane. Im Zentrum des Besuchs stand vor allem der richtige Umgang mit historischer Verantwortung.
Neben vielen weiteren historischen und kulturellen Einblicken, bleibt auch der Tag an der Reichman University in Herzlia in Erinnerung. Das Argov Fellows Programm der Universität bildet herausragende Studierende aus verschiedenen Disziplinen zu den Themen Leadership und Diplomacy weiter - mit einer ähnlichen Zielsetzung wie die BEA. Nach Vorträgen zu den politischen Herausforderungen Israel, erarbeiteten unsere Studierenden gemeinsam mit Argov-Stipendiat/-innen Ansätze zum Schutz liberaler Demokratien vor populistischen Entwicklungen. „Der gemeinsame Tag war eine großartige Gelegenheit, die Beziehungen zu den Argov-Studierenden zu vertiefen“, erzählen Matthias und Simone. „Außerdem gaben die politischen Einblicke - insbesondere aus der Sicht von Diplomaten - wieder ein neues Bild der verschiedenen Herausforderungen der israelischen Gesellschaft, besonders des Palästinakonflikts und der Justizreform.“ Wir bedanken uns bei Steffen Seibert (Deutscher Botschafter in Israel), Prof. Assaf Moghadam (Dekan der School of Government, Diplomacy and Strategy), Yonatan Levi (Wissenschaftler) und Steven Schmerz (Leiter des Büros des Freistaates Bayern in Israel) für ihre wertvollen Impulse an diesem Tag.
Ein lehrreicher Kaminabend auf der malerisch gelegenen Terrasse des Pilgerhauses Tabgha mit dem Hausleiter Dr. Röwekamp und Bruder Elias ließ tiefere Einblicke in die Komplexität des Konfliktes gewinnen. „Es wurden viele weitere Fragen bei uns aufgeworfen, die erfolgreichen transreligiösen Versöhnungsprojekte gaben uns aber kleine Funken Hoffnung“, sagen Lukas und Leonie.
Ein Besuch Kafarnaums, Ausgrabungen der Wohnstätte Petrus sowie die Ruine einer großen Synagoge ließen unsere Studierenden auf den Spuren Jesus wandeln. Der Bental Berg gab einen faszinierenden Ausblick auf Syrien und den Libanon zu. Erkundet wurden Bunker und Stellungen, in denen bedeutende Schlachten des Landes ausgetragen wurden. „Das regte uns ganz schön zum Nachdenken an“, sagen Rebekka, Alina und Felicitas. „Wir kehrten um zahlreiche Eindrücke und biblische sowie geschichtliche Fakten reicher nach Tagbha zurück.“
In Isfiya sprach unsere Gruppe mit Bürgermeister Mayor Bahij Mansour. Es ging um die Entstehung, die Grundsätze und die Lebensweise der Drusen, einer arabischen religiösen Minderheit in Israel, der Mayor Mansour selbst angehört. „Sehr eindrücklich waren seine Leidenschaft und sein Mut, sich für die Rechte und die Zukunft der Drusen und weiterer Minderheiten“, erzählt Wanni. „Der Besuch zeigte uns erneut, wie vielschichtig, verzweigt und kontrovers die aktuelle politische Lage und die Debatte um die amtierende Regierung sind“, ergänzt Lisa.
Beim Besuch von Drive TLV, einem StartUp-Inkubator mit dem Schwerpunkt Smart Mobility, wurden konkrete StartUps vorgestellt. „Vor allem der Einblick in kulturelle Aspekte und Besonderheiten der israelischen StartUp-Welt im Vergleich zur deutschen oder amerikanischen StartUp-Kultur war interessant“, sagt Lilith.
Ein weiteres Highlight war der Besuch im ARD-Studio Tel Aviv. Dieses Studio ist zuständig für die Berichterstattung aus Israel und den palästinensischen Gebieten (Gazastreifen, Westjordanland). Unsere Studierenden trafen sich mit Christian Limpert, Korrespondent und Leiter des Studios Israels. Seine Arbeit vor Ort ist stark gekennzeichnet durch die politische Situation und die Interessenskonflikte zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen in Israel.
Er gab einen differenzierten Einblick in die tagtägliche Arbeit vor Ort, sprach anhand von Beispielen über seine journalistische Pflicht, so neutral wie möglich zu berichten, jede zu veröffentlichende Aussage bzw. Quelle doppelt und dreifach zu prüfen und stets beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. Auch ging es um die technische Ausstattung des Studios und wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die für Journalist/-innen ergriffen werden – so stehen bspw. ein Panzerfahrzeug und schusssichere Westen für den Einsatz in gefährlichen Gebieten zur Verfügung.
Nach Vortrag und Diskussion zeigte Herr Limpert uns noch die Dachterrasse mit Blick über die Dächer von Tel Aviv, von wo aus die Direktschaltungen in das Programm der ARD gesendet werden.
In Tel Aviv konnten unsere Studierenden das Peres Center for Peace and Innovation erleben. „Hier konnten wir interaktiv erleben, was Israels Innovationsmotor ausmacht und wie das Leben in der Zukunft aussehen könnte.“, berichten Konstantin und Amanda. Auch das Museum of Art und das ANU Museum bleiben im Gedächtnis. „Wir lernten viel über die facettenreiche und vielschichtige Kultur des jüdischen Volkes und dessen Beziehung zum Land Israel“, sagen Lotta und Lilian.
Wir bedanken uns herzlich bei Steven Schmerz und Dr. Christian Rutishauser SJ für die hervorragenden Unterstützung der inhaltlichen Ausgestaltung unserer Reise. Wir bedanken uns für Ihr Engagement, das Ermöglichen dieser außergewöhnlichen Zeit und die vielen, lang anhaltenden, Eindrücke!
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